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Landtagsrede von Christa Reichwaldt

6. Oktober 2010

Rede und Redebeiträge zum Thema: "Starke Kinder lernen besser - Pädagogisch-psychologische Unterstützungsteams in den Schulen einrichten!"

Frau Präsidentin! Meine sehr verehrten Damen und Herren!

Der Antrag, über den wir heute zu beschließen haben, fordert pädagogisch-psychologische Beratungsteams an unseren Schulen, und das flächendeckend in Niedersachsen. Die Beratungs- und Unterstützungssituation an unseren Schulen hat uns ja schon mehrfach beschäftigt. Wer wirklich der Meinung ist - wie Sie hier auf der rechten Seite des Hauses -, in dem Bereich wird genug getan, mehr ist nicht möglich und es reicht, der muss schon mit fest geschlossenen Augen durch die niedersächsische Schullandschaft laufen.

(Beifall bei der LINKEN)

Ich komme auf die einzelnen Teilbereiche kurz zu sprechen. Das Thema Sozialpädagogik hat uns vor ca. einem Monat beschäftigt. Es gibt zu wenige. Es gibt sie nicht an allen Schulen. Sie arbeiten unter tariflich nicht abgesicherten Bedingungen. Ich denke, da steht das Land in der Verantwortung. Es kommt seinen Verpflichtungen nicht nach. Auch Schulpsychologen sollen in den multiprofessionellen Teams tätig sein. Ein Schulpsychologe, eine Schulpsychologin auf 26 000 Schülerinnen und Schüler, das ist und bleibt ein Skandal und wird dem tatsächlichen Bedarf überhaupt nicht gerecht.

(Beifall bei der LINKEN - Zustimmung bei der SPD)

Die Forderungen sind genannt worden; sie liegen auf dem Tisch. Sie wurden hier auch mehrfach diskutiert. Benötigt werden kurzfristig 100, langfristig mindestens 250 Schulpsychologen, um eine einigermaßen vernünftige Versorgung sicherzustellen. Aber - das sehe ich anders als Sie - dafür haben wir Ihrer Meinung nach ja die sehr gut qualifizierten und speziell ausgebildeten Beratungs- und Unterstützungslehrer. Herr Klare, Sie haben - genauso wie Ina Korter - die Tour, die wir durch drei hannoversche Grundschulen gemacht haben, schon erwähnt. Hier ist sehr deutlich referiert worden, mit welchen Problemen die Schulen konfrontiert sind. Sind Sie wirklich der Meinung, ein noch so gut ausgebildeter Beratungslehrer, eine noch so gut ausgebildete Beratungslehrerin kommt hier nicht an seine bzw. ihre Grenzen? Nein, ein Konzept, das Schulpsychologinnen und -psychologen praktisch auf der Metaebene arbeiten lässt, so nach dem Motto, nur die Schulen und nur die Lehrkräfte betreuen, aber nicht mehr direkt die Schüler, wird der tatsächlichen Situation absolut nicht gerecht. Die Forderungen hat ja auch der Verband der Schulpsychologen deutlich formuliert. Was die Finanzierbarkeit angeht, so hatten wir unsere Zweifel, ob die Finanzierung so, wie sie in dem Antrag beschrieben wird, wirklich möglich ist. Aber man könnte mit diesem Konzept tatsächlich in einigen Modellregionen beginnen. Das ist sicherlich möglich, und es ist sinnvoll. Wir brauchen endlich ein vernünftiges Konzept. Das muss finanzierbar sein. Es gibt ja Beispiele aus anderen Ländern. Denen sind ihre Kinder so viel wert, was bei uns nicht der Fall ist. Ich sage Ihnen: Wir werden dafür dann die Folgen zu tragen haben. Wir werden diesen Antrag unterstützen.

Vielen Dank.

(Beifall bei der LINKEN, bei der SPD und bei den GRÜNEN)

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Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren!

Ich habe den Vorteil, wiederholen zu dürfen, was ich im Ausschuss gesagt habe. In der Tat, ich habe infrage gestellt, ob die Rechnung, die dort aufgemacht worden ist, ob also die zusätzliche Ausstattung mit Beratungsteams so zu finanzieren ist. Ich habe allerdings nicht gesagt - das sage ich hier noch einmal ganz deutlich -, dass diese Beratungsteams nicht sinnvoll sind. Wir brauchen ein solches Konzept, um endlich eine vernünftige Beratungssituation zu haben. Um die Finanzierung geht es in zweiter Linie. Ich wiederhole das, was ich ebengesagt habe: Wenn wir es nicht tun, dann werden wir die Folgen finanzieren müssen.

(Beifall bei der LINKEN, bei der SPD und bei den GRÜNEN)

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Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren!

Sie mögen ja recht haben, dass Schule nicht alle Probleme lösen kann. Aber ich komme noch einmal auf die Schule in Linden zurück und gehe jetzt von der anderen Seite heran. Dort sitzen hoch motivierte Lehrerinnen und Lehrer, die versuchen, die Probleme, mit denen sie dort konfrontiert und völlig alleingelassen werden, zu lösen. Sie können es aber nicht. Da muss mehr Beratung und mehr Unterstützung hin, und zwar nicht in wer weiß wie vielen Jahren, wenn wir es uns aufgrund der demografischen Entwicklung vielleicht leisten können. Schon jetzt ist das Land in der Pflicht. Wenn ich mir überlege, wie sich die finanzielle Situation der Kommunen gestaltet und entwickelt, dann wird mir ziemlich schlecht.

(Beifall bei der LINKEN - Ulf Thiele [CDU]: Und die finanzielle Situation des Landes interessiert nicht?)